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Früher erkennen – Leben retten
Lungenkrebs gehört zu den häufigsten und zugleich gefährlichsten Krebserkrankungen in Deutschland. Oft wird er erst in einem späten Stadium entdeckt – dann sind die Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkt. Genau hier setzt ein neuer Gesetzesentwurf an:
Ab April 2026 haben gesetzlich Versicherte mit erhöhtem Risiko Anspruch auf eine kostenlose Lungenkrebs-Früherkennung.
> 7 Mio.
Menschen sterben jährlich an den Folgen
~ 20-30
Jahre nach dem Rauchen entsteht Lungenkrebs
> 80%
der Lungenkrebsfälle sind auf Rauchen zurückzuführen
Was sieht der Gesetzesentwurf vor?

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen, die Lungenkrebs-Früherkennung als Kassenleistung einzuführen. Damit wird erstmals ein strukturiertes Screening-Programm für eine klar definierte Risikogruppe umgesetzt.
Kernpunkte des neuen Angebots:
- Start: voraussichtlich April 2026
- Kosten: vollständig von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen
- Untersuchung: Niedrigdosis-Computertomographie (Low-Dose-CT)
- Häufigkeit: einmal jährlich
Ziel ist es, Lungenkrebs möglichst früh zu erkennen – idealerweise noch bevor Symptome auftreten.
Wer kann das kostenlose Screening nutzen?
Das Angebot richtet sich gezielt an Menschen mit einem nachweislich erhöhten Lungenkrebsrisiko. Anspruchsberechtigt sind gesetzlich Versicherte, die alle folgenden Voraussetzungen erfüllen:
Personen im Alter von 50 bis 75 Jahren
Mindestens 25 Jahre Rauchhistorie
Aktive oder ehemalige starke Raucher
Mindestens 15 Packungsjahre
Rauchstopp liegt weniger als 10 Jahre zurück
Wer diese Kriterien erfüllt, hat ab April 2026 einmal jährlich Anspruch auf eine kostenlose Niedrigdosis-CT (LDCT) – vollständig von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, ohne Eigenanteil.

Warum ist Früherkennung so wichtig?

Lungenkrebs verursacht im frühen Stadium meist keine Beschwerden – Husten, Atemnot oder Schmerzen treten oft erst auf, wenn der Tumor bereits fortgeschritten ist. Deshalb wird die Erkrankung in Deutschland häufig zu spät erkannt.
Dabei ist der Unterschied entscheidend: Im Frühstadium liegen die Fünf-Jahres-Überlebensraten bei über 70 Prozent – im fortgeschrittenen Stadium sinken sie auf unter 10 Prozent.
Das Screening mittels Niedrigdosis-CT (LDCT) reduziert die Lungenkrebssterblichkeit bei Hochrisikogruppen nachweislich um bis zu 20 Prozent. Der Nutzen überwiegt die Risiken eines falsch-positiven Befundes klar.